Winfried Nachtweih: Verschollen in Riga

Der Heimatverein Dingden lädt anläßlich des Gedenktages zur Befreiung des Konzentrationslagers in Ausschwitz

am 27. Januar schon seit einigen Jahren zur Vorträgen ein.

In diesem Jahr konnte zur großen Freude des Heimatvereins der Ex-Bundestagsabgeordnete Winfried Nachtweih aus Münster gewonnen werden.

Ausgehend von einer Reise 1989 stieß Winfried Nachtwei - damals noch Dümener Geschichtslehrer -  im noch sowjetisch besetzten Riga auf die

Spuren der Deportierten und lernte Überlebende von Ghetto und KZ kennen. Als Bundestagsabgeordneter setzte sich der Referent für eine würdige

„Entschädigung“ der Holocaust-Überlebenden in Osteuropa ein, die 1998 endlich durchgesetzt werden konnte. Am Beispiel des Massengräberfeldes

und der Gedenkstätte im Wald von Bikernieki schildert Nachtwei, wie nach Jahrzehnten die Erinnerung aufbrach. Eine zentrale Rolle hatte dabei

der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und das Deutschen Riga-Komitees, in dem sich inzwischen 57 Herkunftsorte der Riga-Deportationen

zu einem einzigartigen Netz der Erinnerung zusammengefunden haben.

In seinem Vortrag konnte Winfried Nachtwei auch nähere Informationen zu Johanna Humberg geben, die mit dem sogenannte Düsseldorfer Deportationszug

nach Riga "evakuiert" worden war und aller Wahrscheinlichkeit nach zu den ersten Todesopfern zählte.