„Den Gefallenen ein Gesicht geben“

Mit dem Attentat auf den Thronfolger von Österreich-Ungarn wurde ein Krieg entfesselt, der fast die ganze Welt erfasste. Die Ausrufung des Krieges löste Euphorie und nationale Begeisterung aus, aber nicht überall. Männer wurden eingezogen und fehlten in den Betrieben und auf den Höfen. Pferde wurden beschlagnahmt, Nahrungsmittel rationiert und die Landwirtschaft zwangsbewirtschaftet.
Gleichwohl ziehen auch die Soldaten aus Dingden mit Gottvertrauen für Kaiser und Vaterland und der Überzeugung, einer gerechten Sache zu dienen, in den Krieg.
Die Feldpost stellte oft die einzige Verbindung der Frontsoldaten zu ihren Angehörigen dar. Sie freuten sich über jede Post und jedes Paket aus der Heimat. Und Angehörige warteten sehnsüchtig auf jedes Lebenszeichen von der Front.
Am Ende des Krieges beklagt Deutschland über zwei Millionen Kriegstote und viele Opfer, die körperlich und seelisch gezeichnet sind. Von bis zu 500 Soldaten aus Dingden verloren 99 ihr Leben im Felde.
Die Spuren dieser Männer drohten, verloren zu gehen. Die Erinnerung an sie schwindet in den Familien. Hinterlassenschaften, Briefe und Feldpostkarten liegen verstaubt auf den Dachböden.
Die hundertste Wiederkehr des Kriegsendes gab den Anstoß, diesen Schatz schlummernder Unterlagen zu heben. Die Rückmeldungen sind beeindruckend. So konnten die Schicksale vieler Gefallener aus Dingden erhellt werden.
„Den Gefallenen ist wieder ein Gesicht gegeben.“