Band 6: Alte Bäume in Dingden

Ein chinesisches Sprichwort sagt: „Wenn du für ein Jahrhundert planst, dann pflanze Bäume!“ In Dingden haben viele Menschen – bewusst oder unbewusst – für Jahrhunderte geplant. Das neue Buch des Dingdener Heimatvereins beschäftigt sich mit diesen „Jahrhunderten“. Der sechste Band aus der Dingdener Schriftenreihe heißt „Alte Bäume in Dingden“. Und hier nehmen vor allem die Fotos von Bernd Kamer einen großen Platz ein. Zwei Jahre lang hat er sich in Dingden und Umgebung auf Fotopirsch begeben und die alten Bäume fotografiert. Das Ergebnis ist jetzt zu sehen.

Die Idee zu dem Buch kam schon vor zwei Jahren, berichtet Bernhard Großbölting vom Heimatverein. Damals ging es noch um eine Fotoausstellung über Bäume, später wurde daraus eine Ausstellung über alte Bäume. Während Kamer die Bäume fotografierte, steuerte Großbölting die Texte bei, zum Teil auch versehen mit den Berichten von Zeitzeugen.

Die vier Naturdenkmäler gehören natürlich zu den Bäumen, die in dem Buch bebildert werden. Neben der Edelkastanie auf dem neuen Friedhof am Bokern (viele halten sie für den schönsten Baum in Dingden), sind das die Edelkastanie auf dem Hof Brauer in Lankern, vier Eiben auf dem Stammshof in Nordbrock und drei Kopfrotbuchen auf dem Ickingshof in Berg.

Dazu gesellen sich viele andere Linden, Kastanien, Buchen und Eichen. Da gibt es die bekannten Linden auf dem Kirchplatz, die Kastanie an der Klosterschenke und die Blutbuche an der Baumschule Knipping. Sie stammt aus den 30er Jahren. Für eine Baugenehmigung 2006 wurde der Unteren Landschaftsbehörde 2006 eine Luftaufnahme vorgelegt. Die Beamten wollten nicht glauben, dass es sich bei der mächtigen Krone um nur einen Baum handelt.

Am Kuhkamp hat die Familie Hoffmann ihre Scheune um eine Eiche herumgebaut. Erst stand der Baum, dann die Scheune. Die Öffnung im Dach musste schon zweimal vergrößert werden. Und auch auf dem Hof von Heinrich Hoffmann, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, am Uhlandsweg wachsen die eichen weiter. Als Wind- und Wetterschutz wurden sie einst gepflanzt, sagt er. Sein Vater brachte an einem Baum einen Ring an, um die Pferde anzuspannen. Dieser Ring ist inzwischen nicht mehr zu sehen, ist in den Baum hineingewachsen.

Dass aus der Idee zu einer Ausstellung ein Buch wurde, ist auch der Verbandssparkasse zu verdanken. Sie übernahm die gesamten Druckkosten für den 100 Seiten starken Band. So fließt der Erlös komplett in die Gestaltung des Humberghauses. Reinhard Hoffacker aus dem Vorstandssekretariat der Sparkasse griff ein Wort des Vorstandsvorsitzenden Friedrich-Wilhelm Häfemeier auf. Dieses Buch sei wirklich „Wurzelförderung“ im engsten Sinne.

 

BBV vom 7. November 2009