Band 7: Pater Josef Schlütter

Über das Leben und Wirken Pater Josef Schlütters erzählt eine Ausstellung, die am Sonntag im Heimathaus Dingden eröffnet wurde. Der gebürtige Dingdener arbeitete als Missionar im Auftrag des Franziskanerordens in Brasilien und engagierte sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der armen Landbevölkerung. Er baute Gemeinden auf, um den Menschen eine Perspektive zu geben. Durch Unterstützung des in Dingden gegründeten Chors „Pro Campesinos“ (Für die Landarbeiter) konnten viele seiner Projekte verwirklicht werden.

Auf Anregung seiner Nichte Hildegard Keiten, geborene Schlütter, wurde die Ausstellung vorbereitet. Auftakt war eine Messe in der Dingdener Pfarrkirche mit Pater Augustinus Diekmann, Leiter der Franziskanermission in Deutschland. Musikalisch begleitet wurde sie vom „Pro Campesinos“-Chor.

Für Pater Josef Schlütter sei Missionieren „nie den Glauben einem anderen Menschen überzustülpen“ gewesen, sagte Pater Augustinus in der Laudatio zur Eröffnung der Ausstellung im dicht gefüllten Heimathaus. Er habe die Leute nicht „bepredigt“. „Mission war für ihn ein Dialog“, setzte Pater Augustinus fort und zeigte Projektfotos von der Arbeit in Brasilien, die Bestandteil der Ausstellung sind.

Gegen die Landvertreibung habe sich der Franziskanermönch vehement eingesetzt und dabei auch Morddrohungen von Großgrundbesitzern in Kauf genommen. Ein schriftlicher Gruß an alle Teilnehmer der Eröffnungsfeier kam im Namen des Provinzialministers Frei João Muniz Alves und aller Brüder von Bacabal (Brasilien). Im Schreiben wurde der Wunsch ausgedrückt, dass die Ausstellung vielen Menschen einen Einblick in das Leben dieses „großen Menschen und unermüdlichen Missionars“ bieten möge.

Gleichzeitig zur Eröffnung erschien die Biografie von Pater Josef Schlüter, die seine Nichte verfasst hat. Es sei aber eine Gemeinschaftsarbeit, sagte die Autorin und wies auf Sven Joosten vom Heimatverein. „Das ist in Dingden so üblich“, fügte sie scherzhaft hinzu.

Joosten kann sich gut an den Pater erinnern. „Er hat die Leute angesteckt und begeistert“ sagte er. „Mit einem Basar von der Jungen Gemeinschaft 1976, den wir ,Pro Campesinos nannten, fing alles an“, erinnerte sich Manfred Ridder, erster Leiter des Chors. Damals schlug Pater Schlütter vor, mit den Erlösen einen Kindergarten in Saõ Louis zu unterstützen.

Die Erlöse aus der Ausstellung, dem Verkauf des Eine-Welt-Kreises und des Buchverkaufs sollen die Arbeit der Franziskaner im Sinne von Pater Josef Schlütter unterstützen, sagte Keiten.

 

BBV vom 31. Oktober 2011